Wer Planetenstunden berechnen will, braucht nur drei Dinge: den Wochentag, Sonnenaufgang und Sonnenuntergang des Ortes und die feste Reihenfolge der sieben klassischen Planeten. Diese Seite rechnet das ruhig und konkret durch, so wie es die Überlieferung beschreibt. Es geht um ein altes Ordnungsschema, nicht um eine Aussage über dein Leben.
Was Planetenstunden sind
Planetenstunden sind ein traditionelles Zeitraster, in dem jede Stunde eines Tages einem der sieben Planeten zugeordnet wird. Die Stunden sind ungleich lang: Der Tag vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang wird durch 12 geteilt, die Nacht vom Sonnenuntergang bis zum nächsten Sonnenaufgang ebenfalls. Im Sommer sind die Tagesstunden daher länger als die Nachtstunden, im Winter ist es umgekehrt. Die Reihenfolge der Planeten folgt der Chaldäischen Ordnung: Saturn, Jupiter, Mars, Sonne, Venus, Merkur, Mond. Die erste Stunde des Tages gehört dem Planeten des Wochentags. Dies beschreibt der Wikipedia-Artikel „Planetary hours“.
Planetenstunden berechnen: Schritt für Schritt
- Bestimme den Wochentag und seinen Herrscher: Sonntag Sonne, Montag Mond, Dienstag Mars, Mittwoch Merkur, Donnerstag Jupiter, Freitag Venus, Samstag Saturn.
- Schlage Sonnenaufgang und Sonnenuntergang für deinen Ort und dein Datum nach.
- Teile die Zeit von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang durch 12. Das ist die Länge einer Tagesstunde.
- Teile die Zeit von Sonnenuntergang bis zum nächsten Sonnenaufgang durch 12. Das ist die Länge einer Nachtstunde.
- Setze die erste Tagesstunde auf den Herrscher des Wochentags und zähle in der Chaldäischen Reihenfolge weiter, bei Saturn beginnend wieder von vorn.
- Setze die Zählung nach Sonnenuntergang ohne Unterbrechung fort: Die erste Nachtstunde ist die 13. Stunde der Reihe.
Als Formel: ruler(h, Wochentag) = CHALDEAN[(idx(Tagesplanet) + h) mod 7]. Dabei zählt h ab 0, damit die erste Stunde den Tagesplaneten ergibt. Die Indizes der Reihe sind: Saturn 0, Jupiter 1, Mars 2, Sonne 3, Venus 4, Merkur 5, Mond 6.
Ein durchgerechnetes Beispiel: der Donnerstag
Donnerstag gehört Jupiter, dessen Index in der Chaldäischen Reihe 1 ist. Die Stunden 1 bis 12 des Tages ergeben sich so:
- Stunde 1 (h = 0): Index 1, Jupiter
- Stunde 2: Index 2, Mars
- Stunde 3: Index 3, Sonne
- Stunde 4: Index 4, Venus
- Stunde 5: Index 5, Merkur
- Stunde 6: Index 6, Mond
- Stunde 7: Index 7 mod 7 = 0, Saturn
- Stunde 8: Index 8 mod 7 = 1, wieder Jupiter
So geht es weiter bis Stunde 12 (h = 11): 1 + 11 = 12, 12 mod 7 = 5, also Merkur. Die erste Nachtstunde ist Stunde 13 (h = 12): 13 mod 7 = 6, also Mond. Zur Probe: Die erste Stunde des Freitags ist h = 24, also 25 mod 7 = 4, und das ist Venus, der Herrscher des Freitags. Die Rechnung schließt sich.
Für die Länge der Stunden nehmen wir erfundene Zahlen, nur zur Veranschaulichung: Liegen zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang 8 Stunden, also 480 Minuten, dauert jede Tagesstunde 480 ÷ 12 = 40 Minuten. Die Nacht hat dann 16 Stunden, also 960 Minuten, und jede Nachtstunde dauert 80 Minuten. Echte Werte hängen von Ort und Datum ab.
Häufige Fehler und ehrliche Grenzen
Der häufigste Fehler ist, mit gleich langen Stunden von 60 Minuten zu rechnen. Das Schema verlangt ungleiche Stunden. Ebenso oft wird der Tag um Mitternacht statt bei Sonnenaufgang begonnen: Die Planetenstunden-Tage beginnen mit dem Sonnenaufgang, ein Donnerstag um zwei Uhr nachts gehört noch zur Reihe des Mittwochs.
- Falscher Ort: Sonnenzeiten unterscheiden sich schon über wenige hundert Kilometer.
- Sommerzeit nicht berücksichtigt: Rechne mit der Ortszeit, die zu deinen Sonnenzeiten passt.
- Reihenfolge vertauscht: Die Chaldäische Ordnung läuft von Saturn zum Mond, nicht nach der Wochentagsfolge.
- Mod 7 vergessen: Nach dem Mond folgt wieder Saturn.
Zur Grenze: Die Zuordnung ist ein überliefertes Ordnungssystem. Sie macht keine Aussage darüber, was in einer bestimmten Stunde geschieht, und es wird kein Ergebnis im Leben versprochen. Sie ist ein Raster, nach dem du deine Aufmerksamkeit für eine Handlung bewusst legen kannst.
Wie Luckwell es baut
Luckwell nutzt vom Planetenschema den Wochentagsherrscher. Er gibt dem Sigil einen zweiten Rington, wenn er vom Planeten der gewählten Absicht abweicht. Deshalb sieht ein Sigil für dieselbe Absicht am Montag anders aus als am Donnerstag. Als „eigener Tag“ gilt das Sigil, das am Wochentag seines Planeten entsteht. Die Kamea-Größe pro Planet folgt der klassischen Tafel: Saturn 3, Jupiter 4, Mars 5, Sonne 6, Venus 7, Merkur 8, Mond 9. Mehr zu einer dieser Tafeln findest du bei der Jupiter-Kamea, und eine Einordnung des Themas steht in Sigille für Glück. Die Stundenrechnung dieser Seite ist eine Anleitung zum Nachrechnen von Hand; auf der Seite selbst wird das Sigil nach dem Seed aus Name, Geburtsdatum, Absicht, Datum und Plan gezeichnet. Der Gesamtüberblick liegt im Archiv. Wenn du ein eigenes Zeichen aus diesen Regeln sehen möchtest, kannst du es hier selbst schmieden.
FAQ
Warum sind Planetenstunden nicht 60 Minuten lang?
Weil Tag und Nacht jeweils in 12 Teile geteilt werden. Die Länge hängt daher von der Zeit zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang ab und ändert sich mit Jahreszeit und Ort.
Welche Reihenfolge haben die Planeten?
Die Chaldäische Ordnung: Saturn, Jupiter, Mars, Sonne, Venus, Merkur, Mond. Nach dem Mond beginnt die Reihe wieder bei Saturn.
Wem gehört die erste Stunde eines Tages?
Dem Herrscher des Wochentags: Sonntag Sonne, Montag Mond, Dienstag Mars, Mittwoch Merkur, Donnerstag Jupiter, Freitag Venus, Samstag Saturn.
Sagt eine Planetenstunde etwas über meinen Tag aus?
Nein. Sie ist ein traditionelles Zeitraster und ein Anlass, die eigene Absicht bewusst zu fassen. Es gibt keine Zusage über Gesundheit, Geld oder den Ausgang eines Ereignisses.
Quellen
- Wikipedia: Planetary hours (Chaldäische Reihenfolge, Wochentagsherrscher)
- Heinrich Cornelius Agrippa, De occulta philosophia II.xxii (1533): Tafeln der Planeten und ihrer Kameas
- Wikipedia: Magic square
- Austin Osman Spare, The Book of Pleasure (Self-Love), 1913
- Peter J. Carroll, Liber Null & Psychonaut, 1987
Luckwell dient der Unterhaltung und der Selbstreflexion; ein Sigil ist ein Fokus für deine eigene Absicht, kein Versprechen für Gesundheit, Geld oder den Ausgang eines Ereignisses; 16+.